Dogwalker - Berufsausübung in Berlin

Genehmigung für gewerbliche Dogwalker ab 4 Hunden in Berlin

Große Hundegruppen im Auslaufgebiet sind keine Seltenheit. Es gibt immer mehr Menschen, die Ihre Liebe zum Beruf machen und Dogwalker werden. 

 

Wie überall gibt es hier verantwortungsbewusste Menschen und Menschen, die sich um Ihre Umwelt nicht scheren.  Es gab einfach zu viele Vorfälle mit den Zweit-genannten, so dass auch der "Gassigeher" nun in Berlin reglementiert wird.

 

Aktuell wartet man noch auf die Durchführungsverordnung, die eigentlich bereits zu Anfang 2018 fertig sein sollte. 

Die Genehmigung nach dem Berliner Hundegesetz soll derjenige vorweisen müssen, der gewerblich mehr als 4 Hunde ausführt. 

So soll der Dogwalker nicht unverhältnismäßig in der Ausübung seiner Tätigkeit gestört werden. 

Dies ist allerdings nur im nebenberuflichen Bereich möglich. Diejenigen, die ihren Unterhalt davon bestreiten Hunde auszuführen und sie müde und zufrieden ihren Besitzern zu übergeben, müssen sich nun prüfen lassen. 

Einerseits sollte das zu begrüßen sein, andererseits hat die Vergangenheit in Bezug auf die Genehmigung nach dem Tierschutzgesetz als Hundetrainer arbeiten zu dürfen gezeigt, dass kaum ein Veterinäramt innerhalb Berlins die gleichen Anforderungen stellt und eine Gleichbehandlung keineswegs die Normalität ist. 

 

Ob sich dadurch "die Spreu vom Weizen trennt" bleibt ebenso abzuwarten und ist fraglich, da es auch mit der Erlaubnis für gewerbliche Hundetrainer weiterhin vereinzelt Trainer gibt, die mit veralteten und tierschutzrelevanten Methoden arbeiten, da sie z.B. entweder ungeprüft im Verein arbeiten und deshalb keine Genehmigung benötigen (nicht gewerblich) oder ganz genau wissen, was die Veterinärämter bei den Fachgesprächen hören oder sehen wollen und nach Erhalt der Erlaubnis weiter mit Druck, Hemmung und Strafe arbeiten. 

 

Weiterhin sind die Veterinärämter berechtigt dem Dogwalker Auflagen zu erteilen: 

 

"Die Erlaubnis kann zudem mit Befristungen, Bedingungen und Auflagen versehen werden. Solche Auflagen können u. a. eine Begrenzung der Anzahl zu führender Hunde, räumliche/örtliche Einschränkungen des Führens und Verschärfungen bezüglich der Leinenpflicht in Hundeauslaufgebieten sein." Quelle: http://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/aufgaben/tierschutz/hundehaltung/artikel.541404.php

 

Wenn der gewerbliche Dogwalker, der bisher nie negativ aufgefallen ist und nun die Begrenzung von 5 Hunden erhält, aber 6 oder 7 benötigt, um seinen Unterhalt zu bestreiten, werden vermutlich auch im Bereich Dogwalken gute Leute die Tätigkeit wechseln müssen, um über die Runden zu kommen.

Das gleiche Szenario würde sich ergeben, wenn z.B. eine generelle Leinenauflage erteilt werden würde. Welcher Besitzer möchte schon, dass sein gut erzogener Hund beim Dogwalken nicht mehr von der Leine kommt. Der Hundehalter wird den Ausführservice wechseln.

 

Es bleibt abzuwarten, inwieweit Erlaubnisanträgen stattgegeben wird oder ob es wieder zu Prüfungen kommen wird, die absolviert werden müssen und eine Ausbildung voraussetzen. 

 

Wir dürfen also gespannt bleiben, was die Durchführungsverordnung und die Zukunft mit sich bringt.

 

Bis dahin, gehabt Euch wohl. Passt auf Euch, Eure Umwelt und die Hunde auf und vergesst dabei nicht Spaß zu haben.

 

Stephanie Zänker